Maßnahme 2

Weidewirtschaft neu entdecken!

Inhaltliche Beschreibung der Maßnahme:

Durch die klimatischen Veränderungen wird in der Grünlandbewirtschaftung Bodenregeneration und Humusaufbau immer entscheidender, um das Wasser bei Starkregen in der Fläche zu halten aber auch trockene Perioden besser zu überwinden. Aufgrund der hohen dichte an Biolandwirten stellt die Weidewirtschaft eine gute Möglichkeit dar.

Das Wissen zur Weidewirtschaft sowie zur Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Weidemöglichkeiten ist in der Region eher schwach ausgeprägt. Insbesondere Weidemöglichkeiten, welche neben der Versorgung der Tiere auch einen Beitrag zum Bodenaufbau und somit zur Klimawandelanpassung und zum Klimaschutz leisten, sind nicht hinreichend bekannt.

Das ganzheitliche Weidemanagement ist ein Weidesystem, bei dem die Tiere als Herde gemeinsam bei hohem Besatz eine begrenzte Fläche nur kurz beweiden und anschließend eine lange Ruhephase der Weide zur Regeneration folgt (20-25 Tage). Bodenfruchtbarkeit wird hierbei besonderer Weise berücksichtigt: Durch Nährstoffausscheidungen der Weidetiere (Kot und Harn) werden dem Boden Kohlenstoff, Stickstoff und andere Haupt- und Mikronährstoffe zugeführt, sodass die Bodenfruchtbarkeit gesteigert wird. Zudem werden die Weidetiere in einen relativ hohen Pflanzenbestand getrieben, um neben der Aufnahme von Weidefutter auch Pflanzenmaterial und Exkremente in den Boden zu treten. Die Beweidung erfolgt beim Weidepflanzenbestand in der Phase des zügigen Wachstums.

Der erhöhte Aufwuchs bietet ein Mikroklima, in dem weniger Wasser verdunstet und somit länger Photosynthese für das Pflanzenwachstum betrieben werden kann. Die niedergetretenen Pflanzenstängel bilden eine Mulchschicht und schützen den Boden vor Erosion und Austrocknung. Das so zugeführte Pflanzenmaterial erhöht die Bodenfruchtbarkeit und somit das Wasserhaltevermögen.

Es sollt ein Wissensaufbau und Erfahrungsaustausch erfolgen. Dazu werden in Versuchsbetrieben mit unterschiedlichen Tierarten (Rind, Gans, Schaf,…) erste Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt. Dazu sind nachstehende Schritte erforderlich:

  • Workshop mit Interessenten: Was braucht es für die Umsetzung erfolgreicher Weidewirtschaft (Infrastruktur innerhalb & außerhalb des Betriebs, Wissen, usw.)
  • Exkursion in Regionen/Betriebe mit intensiver Weidehaltung
  • Festlegung der Versuchsbetriebe
  • Erarbeitung des Monitoringkonzepts (Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, Kostenkalkulation, Arbeitsaufwand, …)
  • Verbreitung der ersten Ergebnisse aus den Versuchsbetrieben in der Region

Diese Schritte stellen die Basis für einen langfristigen Wissensaufbau zum Thema Weidewirtschaft in der Region dar, und sollen in Folge weiter ausgebaut werden.

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