Gemeinsam Lösungen für Wald und Wild finden

Exkursion „Wildmanagement & Naturverjügung in der Praxis“

Exkursion der WWG Litschau mit der KLAR! Waldviertel Nord

Naturverjüngung und Baumartenvielfalt sind zentrale Bausteine eines klima- und zukunftsfitten Waldes – doch genau das, was gefördert werden soll, wird vom Wild besonders gerne verbissen und damit zur Herausforderung. Vor diesem Hintergrund machten sich am 13. März 2026 rund 25 Fachleute auf den Weg nach Innermanzing, um praxisnahe Lösungsansätze für einen klimafitten Waldumbau durch Naturverjüngung sowie Strategien zur Reduktion von Wildschäden kennenzulernen und vor Ort zu diskutieren.

Exkursions-Gastgeber Michael Kuhrn bewirtschaftet in Innermanzing bei Altlengbach einen struktur- und baumartenreichen Mischwald und verbindet dabei konsequente Förderung der Naturverjüngung mit einem durchdachten Wildmanagement zu einem ganzheitlichen Ansatz. Seine Philosophie ist klar praxisorientiert – getragen von regelmäßigem Austausch und abgestimmten Aktivitäten zwischen Forst und Jagd. So wurde im Rahmen der Exkursion deutlich, dass es neben der Regulierung von Wildbeständen noch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten zur Lenkung des Wildes und damit zur Reduktion des Verbissdruckes gibt. Mit der abgestimmten Gestaltung bzw. Verbesserung von Wildlebensräumen – etwa durch Förderung strukturreicher Wälder, sowie durch die Schaffung von Äsungsangeboten wie Wildobst, Sträuchern oder Brombeere, kann gemeinsam viel erreicht werden.

Ebenso entscheidend wie das Wildmanagement sind waldbauliche Maßnahmen, die die richtigen Voraussetzungen für die Naturverjüung im Bestand schaffen. Michael Kuhrn kombiniert unterschiedliche Maßnahmen. Eine große Baumartenvielfalt soll klimabedingte Risiken abfedern. Neue Baumarten werden vereinzelt durch Pflanzung eingebracht, damit sie sich als zukünftige Mutterbäume etablieren und die Naturverjüngung langfristig sichern. Äste nach dem Entasten gefällter Bäume verbleiben im Bestand und fördern Bodenfruchtbarkeit. Durch gezielte Eingriffe wie das Vorlichten von Beständen werden die richtigen Rahmenbedingungen für Naturverjüngung geschaffen. Zur Förderung von Biodiversität verbleibt Totholz im Wald und dort, wo Bewirtschaftung nur mit großem Aufwand möglich ist, darf die Natur einfach Natur sein und Rückzugsorte für das Wild bieten.

Und somit schließt sich auch wieder der Kreis für die gemeinsamen Lösungen. Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, dass ein klimafitter Wald nur dort entstehen kann, wo Waldbau und Wildmanagement Hand in Hand gehen. Entscheidend ist dabei nicht nur die fachliche Umsetzung einzelner Maßnahmen, sondern vor allem die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. WWG-Obmann Markus Zimmermann brachte es abschließend auf den Punkt: „Die Herausforderungen im Zusammenspiel von Forst und Jagd sind bekannt – aber wir haben gesehen, dass sie lösbar sind. Wenn beide Seiten bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und im Gespräch zu bleiben, entstehen Lösungen, die für Wald und Wild gleichermaßen funktionieren.“  Und so lieferte die Exkursion nicht nur praxisnahe Beispiele, sondern machte auch Mut, einen ähnlichen Weg auch in unserer Region zu gehen.

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