Innovative Landwirtschaft & Agri-PV
Frühjahrsexkursion der Bäuerinnen
Die Bäuerinnen aus dem Gebiet Litschau machten sich am 29. April sowie am 6. Mai 2026 gemeinsam mit der KLAR! Waldviertel Nord auf zur diesjährigen Frühjahrsexkursion. Neben kulinarischen Stationen und der Besichtigung des Donaukraftwerks Ybbs-Persenbeug stand der Besuch bei Wurzers Genuss- und Erlebnishof in Bodendorf bei Wieselburg auf dem Programm.
Die ingesamt rund 80 Teilnehmerinnen erhielten einen spannenden Einblick in einen landwirtschaftlichen Betrieb, der eindrucksvoll zeigt, wie Innovation und Anpassung an den Klimawandel in der Praxis funktionieren können. Markus Wurzer präsentierte die Entwicklung des Familienbetriebes vom traditionellen landwirtschaftlichen Hof hin zu einem Betrieb mit hoher Innovationskraft und starkem Fokus auf Nachhaltigkeit. Schon früh setzte der Familienbetrieb auf neue Wege in der Direktvermarktung und galt als Pionier beim Anbau von Erdbeeren und Kürbissen. Gerade bei den Kürbissen war anfangs viel Bewusstseins- und Bildungsarbeit notwendig, da viele Konsumentinnen und Konsumenten mit der Vielfalt der Sorten wenig anfangen konnten. Diese Konsumentenbildung ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der Betriebsphilosophie.
Besonders eindrucksvoll war die Darstellung, wie sich der Betrieb laufend an veränderte klimatische Bedingungen anpasst. So werden Erdbeeren mittlerweile auf Dämmen gepflanzt, um die Kulturen besser vor Starkregenereignissen zu schützen und zu verhindern, dass fruchtbarer Boden abgeschwemmt wird. Auch die zunehmenden Herausforderungen durch Spätfrost konnten die Teilnehmerinnen direkt miterleben. Markus Wurzer berichtete von einer deutlichen Zunahme solcher Wetterextreme und erklärte Schutzmaßnahmen wie das Abdecken mit Vlies oder Frostberegnung bei tiefen Temperaturen. Mit eindrucksvollen Bildern zeigte er außerdem, wie Starkregen und Hagel innerhalb weniger Minuten ganze Heidelbeer-Ernten zerstören können. Unter anderem führten diese Erfahrungen schließlich zur innovativen Agri-Photovoltaikanlage, die gemeinsam mit der RWA Solar Solutions errichten worden ist. Heute wachsen unter semitransparenten Solarmodulen Heidelbeeren, Himbeeren und Brombeeren – geschützt vor Hagel, Starkregen und extremer Hitze, während gleichzeitig Strom produziert wird.
Die Agri-Photovoltaikanlage bietet jedoch nicht nur Schutz vor Wetterextremen, sondern schafft auch ein besonders günstiges Mikroklima für die Pflanzen. Markus Wurzer berichtete von einer Wasserersparnis von rund 30 bis 40 Prozent im Jahresverlauf sowie von spürbar verbesserten Bedingungen für den Beerenanbau. Gleichzeitig profitieren auch die Besucherinnen und Besucher beim Selbstpflücken vom angenehmen Schatten unter den Modulen. Denn gerade an heißen Sommertagen wird das Pflücken dadurch deutlich angenehmer.
Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie Landwirtschaft und Energiegewinnung sinnvoll kombiniert werden können und welche Chancen innovative Lösungen für eine klimafitte Landwirtschaft bieten.