Litschau als Best-Practice für Klimaanpassung und Kooperation
Großes Interesse aus Tschechien und Österreich
Litschau, 28.04.2026: Über 60 Gemeindevertreterinnen und -vertreter aus den Regionen Südböhmen, Vysočina und Südmähren und Ober- und Niederösterreich nahmen an einer grenzüberschreitenden Exkursion teil. Organisiert wurde die Exkursion vom Klimabündnis im Rahmen des Interreg-Projekts DeKLARed ADAPTRegions.
Kooperation und Tatkraft in der Region Waldviertel Nord.
Die Region zeigt eindrucksvoll, wie Kooperation und Innovation zur erfolgreichen Klimaanpassung beitragen können. Litschau, die nördlichste Stadt Niederösterreichs, setzt bereits seit Jahren zahlreiche Maßnahmen um: So werden alle Gemeindegebäude – einschließlich dem Hallenbad – mit alternativen Energieträgern betrieben und bei der Neugestaltung des Stadtplatzes wurde neben Klimaresilienz auch besonderer Wert auf die Schaffung von Erholungsflächen und Barrierefreiheit gelegt.
Vizebürgermeister Heißenberger erzählt: „Wir merken schon auch eine starke Stadtflucht – viele Menschen zieht es aus den größeren, überhitzten Städten zu uns. Unsere Wälder und Teiche bringen eine natürliche Abkühlung.“ Litschau setzt auf vorausschauende Planung und enge Zusammenarbeit: Gemeinsam mit der KLAR! und relevanten Partnern wie der Landwirtschaftskammer und dem NÖ Teichwirteverband wurden zahlreiche Projekte umgesetzt: z.B. der entsiegelte Hauptplatz, ein SDG-Wanderweg oder das Teichranger:innen-Programm.
Tiefere Einblicke in die Bedeutung und Bewirtschaftung der Waldviertler Teiche, ein landwirtschaftliches Kulturerbe von globaler Bedeutung, gaben Teichrangerin Birgit Hofbauer-Domin und Leo Kirchmaier (Geschäftsführer NÖ Teichwirteverband und Landwirtschaftskammer NÖ). Besonders hervorgehoben wurde unter anderem der Beitrag der Karpfenteichwirtschaft zur Biodiversität. „Kooperation und Kommunikation ist das Allerwichtigste. Die Zusammenarbeit mit der KLAR!-Managerin, den Gemeinden und weiteren Partnern hat uns sehr geholfen. Man muss die Lösungswege gesamtheitlich andenken und dann auch bereit sein anzupacken," betonte Kirchmaier.
Blick über die Grenze
Weiter ging es nach Telč, wo mit der revitalisierte „Panský dvůr“ besichtigt wurde. Der ehemalige landwirtschaftliche Komplex steht in enger Verbindung zur historischen Altstadt und ist ein erfolgreiches Beispiel für denkmalgerechte, multifunktionale Nutzung mit Fokus auf Versickerungsflächen, Regenwassernutzung und Begrünung.
Der Tag war eine gelungene Zusammenfassung der Projektziele von DeKLARed ADAPTRegions mit vielen neuen Eindrücken und intensivem, grenzüberschreitendem Austausch. Das Projekt untersucht, wie sich Regionen und besonders geschützte Gebiete an den Klimawandel anpassen können. Dabei werden Wissen aufbereitet, Best-Practice-Beispiele beleuchtet und praktische Lösungen für Natur- und Denkmalschutzgebiete gemeinsam diskutiert.
Über das Projekt: https://niederoesterreich.klimabuendnis.at/angebote/deklared-adaptregions/